PHYSISCHE RESILIENZ 2026

GANZHEITLICHE SCHUTZKONZEPTE NACH DEM KRITIS-DACHGESETZ

EIN WHITE PAPER DER AUTOMATIC SYSTEMS DEUTSCHLAND GMBH

GANZHEITLICHE SCHUTZKONZEPTE NACH DEM KRITIS-DACHGESETZ

ZUR TECHNOLOGISCHEN STÄRKUNG DER KRITISCHEN INFRASTRUKTUR UND ZUR PARTNERUNTERSTÜTZUNG IM INTEGRATIONSPROJEKT

INHALTSVERZEICHNIS

  • Executive Summary: Resilienz als Investition und Technologievorsprung
  • 1. Regulatorischer Rahmen: Das KRITIS-Dachgesetz und der All-Gefahren-Ansatz
  • 2. Die Automatische Sicherheitsarchitektur: Vom Perimeter bis zur Serverraum-Türe
  • 3. Erste Verteidigungslinie: Crash-Rated Perimeter-Lösungen
  • 4. Intelligente Personenvereinzelung: Effizienz und Sicherheit am Gebäudezugang
  • 5. Cybersicherheit als Faktor für die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen
  • 6. Der Erfolgsfaktor „Errichter“: Partnerschaft und technologische Integration
  • 7. Praxis-Szenarien der Resilienz: Automatic Systems in der Anwendung
  • 8. Implementierung, TCO und Strategische Handlungsempfehlungen
  • 9. Fazit: Physische Sicherheit als strategischer Werttreiber
Executive Summary: Resilienz als Investition und Technologievorsprung

Die Sicherheitslandschaft in Deutschland erlebt durch die Einführung des KRITIS-Dachgesetzes einen fundamentalen Wandel. Physische Sicherheit wird von einer optionalen Maßnahme zu einer zentralen, nachweispflichtigen Säule der Unternehmensresilienz. Die zentrale Aufgabe für Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) ist die Umsetzung des geforderten All-Gefahren-Ansatzes, der die mechanische Robustheit des Perimeters nahtlos mit der cyber-resilienten Verwaltung der Zutrittssysteme verzahnt.

Dieses White Paper beleuchtet, wie die Automatic Systems Deutschland GmbH, ein weltweit führender Spezialist für automatisierte Eingangs- und Zufahrtskontrolle, diese regulatorischen Anforderungen mit einem integrierten Technologie-Portfolio erfüllt. Der Fokus liegt auf der quantifizierbaren Resilienz der Lösungen – von Crash-Rated-Perimetersperren bis zur intelligenten Personenvereinzelung.

Die Kernbotschaft für Betreibende kritischer Infrastrukturen ist die Gewährleistung der Compliance, der maximalen Verfügbarkeit und der langfristigen TCO-Optimierung. Gleichzeitig richtet sich dieser Leitfaden explizit an Errichter und Systemintegratoren, mit denen Automatic Systems als strategischer Partner zusammenarbeitet.

1. Regulatorischer Rahmen: Das KRITIS-Dachgesetz und der All-Gefahren-Ansatz

1.1. Der Paradigmenwechsel: Von der IT-Sicherheit zur Physischen Resilienz

Der Beschluss des KRITIS-Dachgesetzes markiert einen entscheidenden Paradigmenwechsel, da sie erstmals bundeseinheitliche und sektorübergreifende Mindeststandards für den physischen Schutz kritischer Anlagen festlegt. Die Notwendigkeit dieser Stärkung der Resilienz wird durch eine parallel verschlechterte Sicherheitswahrnehmung in der Bevölkerung untermauert.

Der Kreis der betroffenen Einrichtungen wurde erheblich erweitert und umfasst nun elf Sektoren, darunter strategisch wichtige Bereiche wie Energie, Transport und Verkehr, Finanz- und Versicherungswesen, Gesundheit sowie Informationstechnik und Telekommunikation. Für alle Betreiber, deren Anlagen essenziell für die Gesamtversorgung sind und meist mehr als 500.000 Personen versorgen, werden verpflichtende Risikoanalysen sowie die Implementierung physischer Schutzmaßnahmen eingeführt. Betreibende sind verpflichtet, diese Risikobewertungen regelmäßig vorzunehmen und die entsprechenden Resilienzpläne mit technischen, organisatorischen und personellen Maßnahmen zu erstellen.

1.2. Der All-Gefahren-Ansatz und die zwingende Integration

Das zentrale Element der neuen Gesetzgebung ist der All-Gefahren-Ansatz (All-Hazards). Dieser verpflichtet Betreibende dazu, jedes denkbare Risiko zu berücksichtigen – von Naturkatastrophen und Stromausfällen über Cyberangriffe bis hin zu gezielten Sabotageakten und physischen Angriffen. Eine isolierte Betrachtung der IT-Sicherheit reicht damit nicht mehr aus. Die gesetzlich verpflichtenden Maßnahmen umfassen explizit Zugangs- und Zutrittskontrollen sowie bauliche Sicherheitsmaßnahmen.

Die Umsetzung des KRITIS-Dachgesetzes (Fokus: Physische Resilienz, BBK-Zuständigkeit) läuft parallel zur NIS2-Richtlinie (Fokus: Cyber-Security, BSI-Zuständigkeit). Diese Verzahnung von physischem und digitalem Schutz stellt die größte Herausforderung dar, da physische Zutrittskontrollsysteme heutzutage netzwerkfähig und damit potenzielle Angriffsziele sind. Aus dieser kausalen Beziehung ergibt sich die Notwendigkeit, physische Schutzsysteme als „Cyber-hardened Access Points“ zu betrachten. Ein Cyberangriff auf ein vernetztes Zutrittskontrollsystem könnte die physische Integrität gefährden (z.B. durch unbefugtes Öffnen oder Schließen von Schleusen). Die verschlüsselte Datenübertragung und die konsequente, gesicherte Integration der Zutrittstechnik in die IT-Sicherheitsarchitektur des Betreibers sind somit nicht nur optional, sondern eine direkte Compliance-Maßnahme für beide Gesetze. Für Betreiber resultieren bei Nichteinhaltung empfindliche Sanktionen, inklusive hoher Geldstrafen und der persönlichen Haftung der Geschäftsleitung.

2. Die automatische Sicherheitsarchitektur: Vom Perimeter bis zur Serverraum-Türe

Die Sicherheitsstrategie der Automatic Systems Deutschland GmbH basiert auf dem etablierten Prinzip der gestaffelten Verteidigung (Defense-in-Depth).

Ebene Schutzziel Automatic Systems Produkte
Perimeter Abwehr von Fahrzeugangriffen (Ramming/VBIED); Zufahrtsmanagement. Poller, Straßensperren, Sicherheitsschranken (Crash-Rated).
Gebäudezugang Verhinderung von Tailgating/Piggybacking; Hoher Personendurchsatz. Sensorschleusen (SlimLane, FirstLane, SmartLane), Sicherheitsschleusen.
Management Zentrale Steuerung, Monitoring, TCO-Optimierung und Nachweisführung (Compliance). Zentrale Management Plattform.

Der modulare Aufbau der Lösungen ist hierbei ein zentraler Vorteil. Da kritische Infrastrukturen in Deutschland oft ältere Anlagen umfassen, sind Umbauten bei laufendem Betrieb zeit- und kostenintensiv. Betreiber benötigen daher Systeme, die nicht nur die aktuellen gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen, sondern auch eine zukunftssichere Investition darstellen. Die modulare Erweiterbarkeit und die Retrofit-Fähigkeit der Automatic Systems Lösungen, insbesondere für Bestandsgebäude, sind entscheidend für eine positive Betrachtung der Gesamtkosten (TCO). Für Errichter vereinfacht diese Modularität die Installation und minimiert das Risiko in komplexen, hochsensiblen Projekten.

3. Erste Verteidigungslinie: Crash-Rated Perimeter-Lösungen

Die Perimetersicherung fungiert als erste, harte Barriere. In einer Zeit, in der die Sorge vor gezielten Sabotageakten und physischen Angriffen auf die Infrastruktur deutlich zugenommen hat, müssen diese Lösungen einen messbaren, zertifizierten Schutz bieten, insbesondere für Hochsicherheitsbereiche wie Rechenzentren, Umspannwerke oder militärische Anlagen.

3.1. Quantifizierbarer Schutz gegen Fahrzeugangriffe

Automatic Systems hat sich auf hochbelastbare, crash-getestete Fahrzeugsperren spezialisiert, die den höchsten internationalen Widerstandsklassen genügen. Die Zertifizierung der Systeme nach Standards wie ASTM, IWA 14-1 und PAS 68 liefert Sicherheitsplanern und Errichtern die notwendige Transparenz und Verlässlichkeit für ihre Risikoanalysen und Konzepte. Diese Standards messen die Wirksamkeit anhand von drei Kriterien: dem Fahrzeuggewicht, der Aufprallgeschwindigkeit und der Penetrationstiefe nach dem Aufprall.

3.2. Detailliertes Produktportfolio: Zertifizierte Schranken, Barrieren und Poller

Das Portfolio von Automatic Systems umfasst Hochsicherheitslösungen, um besonders gefährdete Bereiche zu schützen. Neben Hebeschranken umfasst das Angebot Sicherheitssperren sowie hydraulische und starre Poller.

Die Schrankenserie BL 4X eignet sich für vandalismusgefährdete Umgebungen. Dank ihrer schnellen Bewegungen ermöglichen sie große Fahrzeugströme und eignen sich insbesondere für sensible und kritische Infrastrukturen. Je nach Ausführung verfügen die Schranken über Sperrgitter, so dass die Zufahrt sowohl vor unberechtigten Fahrzeugen als auch Personen geschützt ist. Mit Sperrgittern sichern sie die Zufahrt ähnlich wie ein Tor, öffnen und schließen jedoch weitaus schneller.

Bei der BL 43 C50 handelt es sich um eine elektromechanische Hebeschranken mit einem Schrankenbaum von drei Metern Breite. Sie verfügen über eine automatische versenkbare Vorrichtung mit Aufprallschutz und können ein Fahrzeug von 3,5 t mit einer Geschwindigkeit von 32 km/h oder alternativ 1,5 t bei 64 km/h aufhalten.

Insbesondere für breite Zufahrten, wie sie bei Krankenhäusern, Flughäfen oder Hotels zu finden sind, umfasst das Hochsicherheitsportfolio Schranken mit einem Schrankenbaum von bis zu 14 Metern (BL52) oder bis zu 12 Metern (BL45A7F).

In Ergänzung zu Schranken oder als Alternative bieten versenkbare Sperrelemente optimalen Schutz. Mit den Hochsicherheitssperrelementen RSB M50 können Breiten zwischen zwei und sechs Metern sicher abgedeckt werden. Die automatische, versenkbare Vorrichtung mit Aufprallschutz bietet einen Terrorismusschutz, indem sie Fahrzeuge von 7,5 t mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h oder 3,5 t bei 112 km/h zuverlässig abprallen lässt.

Ergänzend dazu sind Tyre Killer robuste, terrorismusabwehrfähige Barrieren, die in hochsensiblen Bereichen installiert werden. Das Passieren der Tyre Killer in die zulässige Richtung ist problemlos möglich, da sich die Spitzen bei Durchfahrt einsenken. Erfolgt die Zufahrt jedoch in gegensätzliche Richtung, bohren sich die Spitzen so in die Reifen, dass eine Weiterfahrt nicht mehr möglich ist. Sie kommen unter anderem an Ausfahrten von Produktionsbetrieben, Verwaltungsstandorten, Hotels sowie Kongresszentren zum Einsatz.

Im Bereich der Poller bieten wir verschiedene feste und hydraulische Poller an. So ist beispielsweise die M50 Hochsicherheits-Serie auf maximale Anforderungen ausgelegt und bietet eine zertifizierte Impakt-Energie von bis zu 2.000.000 Joules. Dies entspricht der Abwehr eines 7,5 Tonnen schweren Lastwagens bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h und ist die ideale Lösung für kritische Kontrollpunkte mit dem höchsten Bedrohungsprofil.

4. Intelligente Personenvereinzelung: Effizienz und Sicherheit am Gebäudezugang

Die Sicherheit auf Gebäudeebene erfordert die gleichzeitige Gewährleistung des Schutzes gegen unbefugtes Eindringen (Mitschleichen oder Tailgating) und die Aufrechterhaltung eines reibungslosen, schnellen Durchsatzes für autorisiertes Personal.

4.1. Hochpräzise Detektion durch DIRAS™-Technologie

Die Sensorschleusen von Automatic Systems (SlimLane, FirstLane, SmartLane) sind speziell dafür entwickelt, die häufigste physische Sicherheitslücke – das Mitschleichen von Unbefugten direkt hinter einem berechtigten Nutzer – zuverlässig zu unterbinden. Die proprietäre DIRAS™-Erkennungstechnologie ist hierbei die technologische Grundlage.

DIRAS™ nutzt eine hohe Dichte an Infrarotsendern und optoelektronischen Empfängern in einer dichten Matrize, um so den Personendurchgang zu erfassen. Dank einer präzisen Detektion von Betrugsversuchen in Form unberechtigter Zutritte, welchen selbst anspruchsvolle Betrugsversuche wie Piggybacking oder die Detektion von Objekten im unteren Durchgangsbereich zuverlässig erkannt. Durch die Zuverlässigkeit dieses Systems werden Fehlalarme minimiert, was die Akzeptanz und Effizienz im täglichen Betrieb steigert. Zudem ermöglichen die schnellen Öffnungszeiten der Schleusen von nur 0,3 Sekunden einen hohen Personendurchsatz und verhindern Staus, beispielsweise bei Schichtwechseln in Industrieanlagen.

Überwiegend für den Außeneinsatz sind mannshohe Drehkreuze prädestiniert. Sie kommen häufig an Industriestandorten, Firmenparkplätzen, Sportanlagen sowie bei Häfen und Flughäfen zum Einsatz. Dort bieten sie aufgrund der Höhe ein hohes Maß an Sicherheit. Die Serie TRS besteht aus mehreren Modellen, die mit einem einzigartigen Verriegelungssystem überzeugen. Sie vereinen eine hochsichere Eingangskontrolle, zuverlässiges Personenmanagement sowie eine reibungslose Nutzerführung.

4.2. Ästhetische Integration und Benutzerakzeptanz

Für viele KRITIS-Betreibende, insbesondere in der öffentlichen Verwaltung, im Finanzwesen oder bei repräsentativen Eingangsbereichen von Rechenzentren, ist das Erscheinungsbild der Sicherheitstechnik von zentraler Bedeutung. Moderne Sicherheitslösungen müssen den psychologischen Sicherheitseffekt maximieren, ohne den Eindruck einer Festung zu erwecken.

Automatic Systems verbindet Funktion und Form durch intelligentes Design, was sich in Auszeichnungen wie dem Red Dot Design Award für die FirstLane-Serie widerspiegelt. Die Verwendung von transparenten Glaselementen (bis zu 12 mm gehärtetes Glas), klaren Formen und die Anpassung an das Corporate Design ermöglichen eine elegante Integration in die Architektur.

Die Akzeptanz der Nutzer ist ein direkter Faktor für die Compliance und die organisatorische Resilienz. Ist die Technik unattraktiv oder langsam, besteht die Gefahr, dass sie umgangen wird. Die intuitiven Bedienelemente, wie dynamische LED-Signale und klare Statusanzeigen sowie die barrierefreien Durchgänge (900 mm Breite) für Rollstuhlfahrer und Materialtransporte, tragen zur hohen Nutzerakzeptanz bei. Dies stellt sicher, dass die installierte Sicherheitstechnik effektiv genutzt wird und das Sicherheitsniveau hoch bleibt.

5. Cybersicherheit als Faktor für die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen

Für Betreiber kritischer Infrastrukturen in Deutschland ist Cybersicherheit längst kein Thema mehr, das auf IT-Abteilungen beschränkt ist. Im Rahmen der KRITIS- und NIS-2-Vorschriften wird von den Betreibern erwartet, dass sie geeignete technische und organisatorische Maßnahmen umsetzen, schwerwiegende Sicherheitsvorfälle melden und den zuständigen Behörden Nachweise über ihre Sicherheitslage vorlegen. Das deutsche BSI beschreibt diese Pflichten für KRITIS-Betreiber unter anderem als Registrierung, Meldung von Vorfällen, Umsetzung präventiver Maßnahmen und Nachweis der Umsetzung.

Für physische Zutrittskontrollsysteme ist dieses Thema von großer Relevanz. Sicherheitszugangssperren, Speed Gates und Zutrittskontrollanlagen sind zunehmend mit Kundennetzwerken, Gebäudemanagementsystemen, Überwachungsplattformen und Identitätsmanagementumgebungen vernetzt. Damit sind sie keine isolierten elektromechanischen Produkte mehr, sondern werden Teil der digitalen Angriffsfläche des Kunden. Eine Schwachstelle in einem solchen vernetzten Gerät kann zu Prüfungsfeststellungen, operativen Risiken, Reputationsschäden oder im schlimmsten Fall zu einem Einfallstor in ein sensibles Netzwerk führen.

Für KRITIS-Betreiber besteht das Ziel nicht nur darin, personenbezogene Daten, geistiges Eigentum oder Geschäftsinformationen zu schützen. Es geht auch darum, die Verfügbarkeit und Integrität wesentlicher Dienste zu gewährleisten. Zugangskontrollsysteme tragen direkt zu diesem Ziel bei, indem sie sicherstellen, dass nur autorisierte Personen sensible Bereiche betreten können und gleichzeitig zuverlässig sowie sicher innerhalb der IT- und OT-Umgebung des Kunden funktionieren müssen.

Wir sind uns dieser Verantwortung bewusst. Im Zuge der Stärkung ihrer Netzwerksicherheitsprogramme beziehen unsere Kunden unsere Produkte zunehmend in Schwachstellen-Scans, Penetrationstests und Sicherheitsbewertungen von Lieferanten ein. In den letzten Jahren verzeichneten unsere Helpdesk- und Engineering-Teams eine steigende Anzahl von Anfragen im Bereich Cybersicherheit, darunter Anfragen nach Software-Updates, der Behebung von Schwachstellen und technischen Klarstellungen für Kundenaudits.

Als Reaktion darauf haben wir die Cybersicherheit in unserer eingebetteten Softwareplattform erheblich verstärkt. Mit unserer V07-Software haben wir ein umfangreiches Update der Wartungsschnittstelle eingeführt und die Cybersicherheit unserer aktuellen Produktpalette gestärkt. Um diese steigende Arbeitsbelastung zu bewältigen und die sichere Weiterentwicklung unserer Plattformen zu beschleunigen, wurde zusätzliche Softwareentwicklungskompetenz hinzugewonnen.

Mit unserer Softwaregeneration V8 gehen wir nun einen Schritt weiter. V8 basiert auf einer neueren Linux-Distribution und führt leistungsfähigere Mechanismen zur Softwareintegrität ein, einschließlich signierter Softwarepakete. Dies trägt dazu bei, das Risiko der Installation unbefugter oder manipulierter Software auf unseren Produkten zu verringern und unterstützt gleichzeitig einen kontrollierten Aktualisierungsprozess. Parallel dazu führen wir Penetrationstests und Sicherheitsvalidierungen durch, um die Robustheit unserer Produkte in realistischen Kundenumgebungen zu bewerten. Die Ergebnisse werden genutzt, um die Absicherung, die Konfiguration, das Update-Management und die Dokumentation kontinuierlich zu verbessern.

Unsere Cybersicherheits-Roadmap ist auf die Ausrichtung der europäischen Regulierung und anerkannte industrielle Cybersicherheitspraktiken abgestimmt. Der EU-Cyber-Resilience-Act führt verbindliche Cybersicherheitsanforderungen für Hardware- und Softwareprodukte mit digitalen Elementen ein, darunter sicheres Design, Wartung und Umgang mit Schwachstellen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Automatic Systems bereitet seine Produkt- und Entwicklungsprozesse darauf vor, sich in Richtung CRA-Konformität weiterzuentwickeln.

Darüber hinaus richten wir unseren Ansatz an den Grundsätzen der Norm IEC 62443 aus, insbesondere mit dem Ziel, die Anforderungen der Sicherheitsstufe 2 bei relevanten Produkten und Implementierungen zu erfüllen. Die IEC 62443 bietet ein anerkanntes Rahmenwerk für die Absicherung industrieller Automatisierungs- und Steuerungssysteme sowie für die Bewertung der Sicherheitsleistung über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Durch moderne eingebettete Software, sichere Update-Mechanismen, Penetrationstests, Schwachstellenmanagement und die Ausrichtung auf CRA und IEC 62443 möchten wir einer der führenden Anbieter im Bereich Cybersicherheit auf dem Markt für Zutrittskontrolle zu werden. Unser Ziel ist klar: Wir möchten KRITIS-Kunden dabei unterstützen, die physische Zutrittskontrolle mit Vertrauen, Ausfallsicherheit und langfristiger regulatorischer Konformität in ihre Sicherheitsarchitektur zu integrieren.

6. Der Erfolgsfaktor „Errichter“: Partnerschaft und technologische Integration

Das KRITIS-Dachgesetz stellt nicht nur Betreibende, sondern auch Systemintegratoren (Errichter) vor neue Herausforderungen. Nur qualifizierte Partner, die in der Lage sind, ganzheitliche, hybride Sicherheitskonzepte zu liefern und die physischen Komponenten sicher in die IT-Infrastruktur zu integrieren, können diesen Markt erfolgreich bedienen. Automatic Systems bietet seinen Partnern hierfür einen strategischen Wettbewerbsvorteil.

6.1. Technologische Schnittstellen und Integrationssicherheit

Die Kompatibilität der Hardware mit bestehenden und zukünftigen Managementsystemen des Kunden ist kritisch für den Projekterfolg. Die Lösungen von Automatic Systems sind konzipiert für die nahtlose Anbindung an die zentrale Gebäudeleittechnik, bestehende Zutrittskontrollsysteme sowie Videoüberwachung und Alarmanlagen.

Für die Steuerung und Überwachung in industriellen KRITIS-Anlagen, wie Energie- oder Produktionsstandorten, ist die Fähigkeit zur Kommunikation über gängige industrielle Protokolle essenziell. Durch die Bereitstellung der Integrationsmöglichkeiten, z.B. mittels XML, unterstützt Automatic Systems Integratoren dabei, die physische Zugangskontrolle tief in die Betriebs- und Sicherheitsarchitektur des Kunden einzubetten. Die cybersichere Lösung über ein geschlossenes LAN, vereinfacht die klare, dokumentierte Schnittstelle die Konfiguration und den laufenden Betrieb für die Errichter und deren Techniker.

6.2. Wirtschaftlicher Mehrwert für Partner: Recurring Revenue

Die Partnerschaft mit Automatic Systems erschließt Errichtern profitable Geschäftsfelder im regulierten Sektor. Durch das breite, integrierte Produktportfolio (von Perimeterschutz bis Management-Software) ergeben sich signifikante Cross-Selling-Potenziale bei bestehenden und neuen KRITIS-Kunden.

7. Praxis-Szenarien der Resilienz: Automatic Systems in der Anwendung

Die spezifischen Anforderungen des KRITIS-Dachgesetzes variieren je nach Sektor. Die modularen Lösungen von Automatic Systems sind darauf ausgelegt, diesen spezifischen Schutzbedarf in unterschiedlichen Umgebungen zu erfüllen.

7.1. Hochsicherheitsbereiche: Rechenzentren und Finanzwesen

  • Rechenzentren (KRITIS-Sektor IT und Telekommunikation): Rechenzentren gehören zu den sicherheitskritischsten Infrastrukturen und erfordern ein mehrstufiges Sicherheitskonzept. Auf der Perimeter-Ebene ist der Einsatz von Hochsicherheitsschranken sowie Sperrelementen gegen gezielte Fahrzeugangriffe unverzichtbar. Auf Gebäude-Ebene gewährleisten SlimLane Hochsicherheitsschleusen in Kombination mit biometrischer Authentifizierung einen zugriffssicheren Zugang zu sensiblen Serverräumen und verhindern das Tailgating rigoros.
  • Finanz- und Versicherungswesen: Hier stehen der Schutz von Kundengeldern und Geschäftsgeheimnissen sowie die repräsentative Wirkung im Vordergrund. Elegante Sensorschleusen passen sich diskret in die Kundenbereiche ein. Hochsicherheitsschleusen für Tresorbereiche und die Integration mit Überfallmeldeanlagen sorgen für den maximalen Schutz von Wertbereichen.

7.2. Dynamische Umgebungen: Gesundheitswesen und Industrie

  • Gesundheitswesen (Krankenhäuser und Kliniken): Krankenhäuser müssen den Spagat zwischen dem Schutz sensibler Bereiche (Medikamentenlager, Neugeborenen-Stationen, IT-Räume) und der Gewährleistung eines offenen 24/7-Zugangs für Patienten und Rettungsdienste meistern.

Schnelldurchlaufende Schwenktüren sind für Notfallzugänge unerlässlich. Rollenbasierte Zugangsberechtigungen steuern den Zutritt des wechselnden Personals. Die Notwendigkeit hygienischer, berührungsloser Bedienung ist in diesem Sektor besonders relevant.

  • Industrieanlagen und Produktionsstandorte: Diese Umgebungen erfordern robuste Lösungen für raue Bedingungen und hohe Durchgangsfrequenzen bei Schichtwechseln. Wetterfeste (z.B. IP44-zertifizierte) Zutrittskontrollsysteme wie mannshohe Drehsperren können im Außenbereich eingesetzt werden. Großkapazitäts-Sensorschleusen gewährleisten einen reibungslosen Ablauf bei hohem Mitarbeiteraufkommen, idealerweise integriert mit der Arbeitszeiterfassung.

7.3. Öffentliche Verwaltung und Kommunen

Verwaltungsgebäude müssen Bürgernähe bieten, während sie gleichzeitig sensible IT-Räume und Archive schützen.

Diskrete Sensorschleusen im Eingangsbereich können zeitgesteuert flexibel geschaltet werden, um während der Geschäftszeiten den offenen Zugang zu ermöglichen und außerhalb dieser Zeiten den Schutz zu erhöhen. Mitarbeiterbereiche werden durch Kartenzugang geschützt.

8. Implementierung, TCO und Strategische Handlungsempfehlungen

8.1. Strategischer Fahrplan zur KRITIS-Konformität (Phasenmodell)

Ein Handeln für Betreiber kritischer Infrastrukturen ist zwingend erforderlich, um Bußgelder zu vermeiden.

Das Implementierungsmodell gliedert sich in folgende Phasen:

  • Bestandsaufnahme und Risikoanalyse (0–6 Monate): Überprüfung der Betroffenheit unter dem Gesetz, Durchführung einer ersten, umfassenden Risikoanalyse und Identifikation der kritischsten physischen Schwachstellen (z.B. fehlende Tailgating-Erkennung oder nicht-zertifizierter Perimeterschutz).
  • Konzeption und Technologieauswahl (6–18 Monate): Entwicklung eines ganzheitlichen Sicherheitskonzepts, Definition von Sicherheitszonen und Auswahl der geeigneten Automatic Systems Technologie.
  • Pilotierung und Vergabe: Testinstallation in einem repräsentativen Bereich, Optimierung der Prozesse und Schulung des Schlüsselpersonals.
  • Rollout und Nachweisführung: Stufenweise Implementierung der Lösungen über alle Standorte. Kontinuierliche Kommunikation und Schulung der Endnutzer. Lückenlose Dokumentation zur Erfüllung der Nachweispflichten gegenüber den zuständigen Behörden (BBK/BSI).
  • Betrieb und Optimierung: Regelmäßige Wartung und Anpassung an veränderte Bedrohungslagen

8.2. Investition in Resilienz: Die TCO-Betrachtung

Die Investition in die zertifizierten physischen Sicherheitslösungen von Automatic Systems ist nicht als reiner Kostenfaktor, sondern als strategische Investition in die Verfügbarkeit und den Schutz des Geschäftsmodells zu sehen. Die wirtschaftlichen Vorteile umfassen die Vermeidung kostspieliger Betriebsunterbrechungen, den Schutz von Assets und geistigem Eigentum sowie die Reduzierung von Versicherungsprämien.

Die langfristige TCO-Optimierung wird durch die technologischen Eigenschaften der Systeme gesichert: Langlebige Komponenten, geringer Energieverbrauch, modulare Erweiterbarkeit und durch die passende Software ermöglichte Reduktion ungeplanter Wartungseinsätze sorgen für eine maximale Verfügbarkeit und einen optimalen Lebenszyklus der gesamten Infrastruktur.

8.3. Strategische Partnerwahl

Der Erfolg eines KRITIS-Projekts hängt maßgeblich von der Auswahl des Systemintegrators ab. Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen Partner wählen, die nicht nur die physische Installation beherrschen, sondern auch die regulatorischen und technologischen Anforderungen der NIS2- und KRITIS-DachG-Konvergenz verstehen.

Ideale Partner zeichnen sich aus durch: nachgewiesene Erfahrung mit KRITIS-Projekten, technologische Kompetenz in der sicheren Integration von physischen Systemen in IT-Netzwerke sowie die Fähigkeit, über die Installation hinaus umfassende Service- und Supportstrukturen (Wartung und Software-Updates) anzubieten. Automatic Systems stellt seinen zertifizierten Errichtern die technologisch führenden Lösungen und den notwendigen Support bereit, um diese hohen, gesetzlich verankerten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen.

9. Fazit: Physische Sicherheit als strategischer Werttreiber

Das KRITIS-Dachgesetz markiert einen Wendepunkt, indem es physische Sicherheitsmaßnahmen erstmals bundesweit als integralen und nachweispflichtigen Bestandteil der Unternehmensresilienz etabliert. Der geforderte All-Gefahren-Ansatz erfordert eine enge Verzahnung von mechanischer, organisatorischer und cyber-resilienter Sicherheit.

Die Automatic Systems Deutschland GmbH bietet hierfür ein vollständiges Portfolio an Lösungen, die auf quantifizierbarem Schutz, intelligenter Zutrittskontrolle und zentraler Steuerung basieren:

  • Quantifizierbare Sicherheit am Perimeter: Crash-Rated-Systeme bieten messbaren, zertifizierten Schutz gegen Fahrzeugangriffe, kritisch für Hochsicherheitsanlagen.
  • Intelligente Personenvereinzelung: Die DIRAS™-Technologie in den Sensorschleusen garantiert eine hochpräzise Tailgating-Erkennung, die den Schutz von Innenbereichen sichert, während die ästhetische Integration die Nutzerakzeptanz erhöht.
  • Cyber-Resilientes Management: Die V07-Software ermöglicht die cyber-sichere, zentrale Verwaltung dezentraler Infrastrukturen, optimiert die TCO durch Remote-Diagnose und liefert die notwendige Protokollierung für die regulatorische Compliance nach KRITIS-DachG und NIS2.

Betreibende kritischer Infrastrukturen sollten eine Risikoanalyse durchzuführen und in die zertifizierten, zukunftssicheren Lösungen von Automatic Systemsinvestieren. Systemintegratoren finden in Automatic Systems einen Partner, der ihnen die Werkzeuge für erfolgreiche, profitable und compliant KRITIS-Projekte an die Hand gibt. Die physische Sicherheit ist damit zu einem strategischen Werttreiber für die langfristige Resilienz und Verfügbarkeit kritischer Infrastrukturen geworden.

ÜBER AUTOMATIC SYSTEMS DEUTSCHLAND GMBH

Automatic Systems mit Hauptsitz in Wavre, Belgien, ist seit 1964 auf die Entwicklung und Produktion von Fahrzeug-, Fußgänger- und Passagiereingangskontrollanlagen spezialisiert. Mit über 300.000 installierten Anlagen in 150 Ländern gehört das Unternehmen zu den weltweit führenden in seiner Branche.

Das Produktportfolio umfasst:

  • Perimeterschutz: Versenkbare und starre Poller und Sicherheitsschranken, crash-getestet nach internationalen Standards (ASTM, IWA 14-1, PAS 68).
  • Sensorschleusen: Die Serien SlimLane, SmartLane und FirstLane mit der proprietären DIRAS™-Erkennungstechnologie für höchste Präzision bei der Personenvereinzelung und Tailgating-Prävention.
  • Managementplattform: V07-Software für die zentrale, cyber-sichere Fernverwaltung von bis zu 500 Zugangsspuren, erhältlich über ein flexibles Lizenzmodell.

Die Lösungen von Automatic Systems zeichnen sich durch die Verbindung von höchster Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit und eleganter architektonischer Integration aus, bestätigt durch Auszeichnungen wie den Red Dot Design Award. Der deutsche Standort von Automatic Systems befindet sich in Unna, NRW.

 

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